
Herausforderungen im dermatologischen Praxisalltag stehen häufig im Zusammenhang mit Handekzemen. Diese treten besonders häufig auf und gehen mit einer hohen Belastung für Betroffene einher. Welche Rolle dabei die Basistherapie spielt und welche Anforderungen an diese gestellt werden, erläuterten die Experten Prof. Petra Staubach-Renz, Mainz, und Dr. Caroline Mann, Mainz, im Rahmen des von CeraVe gesponserten Symposiums auf der diesjährigen DDG-Tagung in Berlin. Im Anschluss erklärte Prof. Christoph Skudlik, Osnabrück, worauf bei der Anerkennung von Berufsdermatosen geachtet werden muss. Weiterhin erläuterte er anhand aktueller Studienergebnisse wie eine adäquate Behandlung aussehen kann.
Handekzeme gelten als große Belastung für Betroffene und stellen auch die dermatologische Praxis vor Herausforderungen. Gerade mit einer Lebenszeitprävalenz von bis zu 41,8%, ist das Handekzem eine der häufigsten Hauterkrankungen im Praxisalltag [1]. „Gerade bei der jüngeren Generation treten Handekzeme gehäuft auf“ betonte Mann zu Beginn des Symposiums. Zu den Risikofaktoren für ein Handekzem gehören beispielsweise die atopische Dermatitis, die in der Vorgeschichte von etwa einem Drittel der Betroffenen auftritt, aber auch ein geschlechtsspezifischer Unterschied ist erkennbar. Auch berufsbedingte Handekzeme, häufig kumulativ-toxisch, werden oft in der dermatologischen Praxis vorstellig. Die Bestimmung des Subtyps eines Handekzems ermöglichen neue Diagnosetechnologien wie nicht-invasives Tape-Stripping jetzt durch eine genaue Analyse von Biomarkern. Staubach-Renz verdeutlichte ausdrücklich, dass die Stigmatisierung des Handekzems bedeutsamen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen hat.
Therapeutische Herangehensweise – aktualisierte Leitlinie 2023
Bei der Therapie des Handekzems sollten Hautfeuchtigkeit, Hautfettung sowie Filmbildung berücksichtigt werden, um die Hautbarrierefunktion zu erhalten bzw. zu verbessern. Die aktualisierte Leitlinie Prävention, Diagnostik und Therapie des Handekzems 2023 empfiehlt eine Hautbarrierestärkende Stufentherapie, welche den Schweregrad der Erkrankung berücksichtigt. Der Grundbaustein der Therapie bildet immer die Basistherapie, je nach Schweregrad kommen dann additiv zum Beispiel noch topische Glukokortikoide oder Systemtherapien hinzu, um so eine effiziente Behandlung zu erreichen. „Ganz dem Motto: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“, so Mann. Je früher aktiv therapiert wird, umso besser kann das Fortschreiten des Schweregrads verhindert werden.
Anforderungen an die personalisierte Basistherapie
„Um die Patienten-Adhärenz zu erhöhen, sollte die Basistherapie nicht nur bezahlbar und nachhaltig, sondern auch angenehm in der Handhabung und Haptik sein“ verdeutlichte Mann. Der Anspruch ist, dem Patienten eine individuelle, d.h. personalisierte Basistherapie, den Bedürfnissen und Präferenzen des Betroffenen entsprechend angepasst, anzubieten. Sie sollte eine gute Galenik aufweisen, welche die Hautbarriere stabilisiert. Eine optimale Kombination sind Inhaltsstoffe, die feuchtigkeitsspendend, fettend und filmbildend sind, wie zum Beispiel Glycerin und Hyaluronsäure, die Feuchtigkeit im Stratum Corneum der Haut binden, sowie Ceramide (1, 3 und 6-II), Cholesterin, Fettsäuren und Phytosphingosine, stellen wertvolle Komponenten für eine optimale Basistherapie dar.
BK 5101 – Rechtsänderung eröffnet neue Möglichkeiten für den Hautarzt
Die BK 5101 umfasst Hauterkrankungen die als schwer oder alternativ wiederholt rückfällig definiert werden [2]. Dazu zählen auch berufsbedingte Handekzeme. Im Jahr 2021 gab es eine BKRechtsänderung, die dazu geführt hat, dass es „viel leichter geworden ist, dass die gesehenen Handekzeme auch als Berufskrankheiten anerkannt werden“ erläuterte Skudlik. Der Unterlassungszwang ist durch die Reform weggefallen, was bedeutet, dass lediglich die Schwere der Erkrankung vorliegen muss ohne, dass die berufliche Tätigkeit unterlassen werden muss, um eine BK 5101 anerkennen zu lassen [2]. Die Schwere ist dann erfüllt, wenn trotz sechsmonatiger leitliniengerechter Behandlung und Prävention der Erkrankung weiterhin Behandlungsbedarf besteht; das alternative Merkmal der wiederholten Rückfälligkeit ist bei zweimaligem Wiederauftreten der Erkrankung infolge beruflicher Einwirkungen gegeben. Diese Änderung wird bereits in den Anerkennungszahlen deutlich, welche seit 2021 wesentlich gestiegen sind. Die Meldung des Verdachtes einer BK 5101 mittels Hautarztberichtes ermöglicht schon vor Anerkennung die allergologische Diagnostik zu Lasten der BG. Bei Vorliegen eines Behandlungsauftrages, z.B. nach Anerkennung als BK 5101 erfolgt u.a. auch die Kostenübernahme durch die BG für die Basistherapie über das rote Rezept.
Neue in vivo Studien bringen Wirksamkeitsnachweis
„Grundlage der Behandlung von Handekzemen sollte immer auch eine evidenzbasierte Basistherapie sein, unabhängig vom Schweregrad“ erklärte Skudlik. Eine neue in vivo Studie zeigt jetzt, dass die CeraVe regenerierende Handcreme die Entzündung irritierter Hautareale effektiv reduziert [3]: Mittels Beobachter-verblindeter, randomisierter, kontrollierter Untersuchung im kumulativen Irritationsmodell konnten im behandelten Testareal nach experimenteller Irritation signifikant positive Effekte gegenüber den irritierten, aber nicht behandelten bzw. den unbehandelten Kontrollarealen, bezüglich der für die Regeneration der Hautbarriere relevanten klinischen und hautphysiologischen Parameter der Barrierefunktion und Entzündung gezeigt werden. Mit dieser Studie liegen nun in vivo Daten vor, welche die Wirksamkeit von CeraVe regenerierender Handcreme als Basistherapeutikum bestätigen [3].
Anlass: „CeraVe: Hautbarriere & Handekzem I – Rolle der Basistherapie in der Praxis“ von CeraVe am 29. April im Rahmen der DDG, Berlin
Literatur
[1] Quaade AS. et al. (2021) Prevalence, incidence, and severity of hand eczema in the general population - A systematic review and meta-analysis. Contact Dermatitis. 2021
[2] Skudlik C. et al. (2020) Rechtsbegriff/Auslegung „Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankung“ ab dem 1. Januar 2021. Dermatol Beruf Umwelt Heft 4/2020
[3] Skudlik C. et al. (2023): Regeneration der epidermalen Barriere bei irritativem Handekzem: Invivo-Evaluation der Wirksamkeit eines Basistherapeutikums. Dermatol Beruf Umwelt Heft 2/2023
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