Pflege und Spezialprodukte für zu Akne neigende Haut

Intro: Eine konsequente, gut verträgliche Pflege kann die Aknetherapie unterstützen, indem sie Irritationen, Trockenheit und Barrierestörungen reduziert. Leitlinien und internationale Konsensus-Empfehlungen ordnen dermokosmetische Maßnahmen als Bestandteil des Akne-Managements ein – je nach Ausprägung als Ergänzung zur medikamentösen Therapie, bei milder Akne auch als mögliche Monotherapieoption. Ziel ist es, die Hautbarriere zu unterstützen, therapiebedingte Irritationen zu reduzieren und damit Verträglichkeit sowie langfristige Therapieadhärenz zu fördern. Für Praxis und Apotheke bietet diese Seite einen kompakten Überblick über die wichtigsten Pflegebausteine bei Akne: Reinigung, Feuchtigkeitspflege, Sonnenschutz und ergänzende Spezialprodukte.

Kurzfazit / Key Take-aways für Praxis & Apotheke

  • Zu Akne neigende Haut benötigt eine einfache, gut verträgliche Pflegeroutine, die Reinigung, Feuchtigkeitspflege, Sonnenschutz und bei Bedarf Spezialprodukte kombiniert. [1, 2]
  • Nicht-komedogene Produkte sind besonders relevant, da sie die Haut pflegen sollen, ohne Poren zusätzlich zu verstopfen oder neue Läsionen zu begünstigen. [2, 3]
  • Eine milde Reinigung kann überschüssiges Sebum, Schmutz und Rückstände entfernen, ohne die Hautbarriere zusätzlich zu belasten.
  • Barrierestärkende und feuchtigkeitsspendende Pflege kann Trockenheit, Irritationen und therapiebedingte Hautempfindlichkeit reduzieren. [1, 4]
  • Täglicher Sonnenschutz sollte fester Bestandteil der Morgenroutine sein, insbesondere bei irritierter Haut, postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) oder begleitender Aknetherapie. [1, 2]
  • Dermokosmetische Begleitpflege kann die Verträglichkeit der Aknetherapie verbessern und dadurch die regelmäßige Anwendung sowie die langfristige Therapieadhärenz unterstützen. [1, 4]
  • Spezialprodukte mit keratolytischen, sebumregulierenden oder antiinflammatorischen Wirkstoffen können je nach Hautzustand ergänzend eingesetzt werden. [1, 3, 4]
  • Produkte wie z. B. aus der Effaclar-Linie von La Roche-Posay oder vergleichbare nicht-komedogene, gut verträgliche Produkte mit ähnlichem Pflegeziel sollten in der Pflegeroutine bei Akne berücksichtigt werden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Hintergrund: Warum Pflege bei Akne wichtig ist
  2. Ziele der dermokosmetischen Pflege
  3. Produktkriterien: Was Aknepflege leisten sollte
  4. Pflegeroutine bei Akne
  5. Wirkstoffe in der Aknepflege
  6. Pflege nach Hautzustand
  7. FAQ: Pflege bei Akne
  8. Fazit: Pflege und Spezialprodukte bei Akne auf einen Blick
  9. Mini-Glossar
  10. Quellen

1. Hintergrund: Warum Pflege bei Akne wichtig ist

Pflege als Bestandteil des Akne-Managements

Welche Rolle spielt Pflege bei der Behandlung von Akne?

Dermokosmetische Pflege unterstützt die medizinische Aknetherapie und kann zur langfristigen Stabilisierung der Haut beitragen. [1, 2]
  • Leitlinie und internationaler Expertenkonsensus beschreiben dermokosmetische Maßnahmen als Bestandteil des Akne-Managements.
  • Bei mittelschweren bis schweren Akneformen ergänzt Dermokosmetik die medikamentöse Behandlung.
  • Bei leichten Akneformen können Dermokosmetika laut internationalem Konsensus auch als Monotherapieoption eingesetzt werden.
  • Im Rahmen der Erhaltungstherapie können geeignete Pflegeprodukte dazu beitragen, Rezidive zu vermeiden und die Haut langfristig zu stabilisieren. [1, 2]

Warum ist die richtige Pflege bei Akne entscheidend?

Die richtige Pflege ist entscheidend, weil zu Akne neigende Haut häufig empfindlich ist und eine gestörte Barriere aufweisen kann. [1, 3]
  • Akne ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der Seborrhoe, follikuläre Hyperkeratose, Entzündung und mikrobielle Dysbalance zusammenwirken.
  • Eine erhöhte Talgproduktion begünstigt fettige, seborrhoische Haut.
  • Eine follikuläre Hyperkeratose fördert die Bildung von Komedonen.
  • Entzündliche Prozesse prägen vor allem papulopustulöse und stärker entzündliche Akneverläufe. [3]
  • Eine mikrobielle Dysbalance kann entzündliche Läsionen fördern und aufrechterhalten. [1, 3]
  • Eine gestörte Hautbarriere erhöht die Empfindlichkeit zu Akne neigender Haut. [1]
  • Unter topischer oder systemischer Aknetherapie kann die Haut empfindlicher reagieren, sodass Verträglichkeit und Barrierestärkung besonders wichtig werden. [1, 4]

2. Ziele der dermokosmetischen Pflege

Verträglichkeit, Adhärenz und Hautbarriere

Welche Ziele verfolgt die dermokosmetische Pflege?

Dermokosmetische Pflege soll die Aknetherapie unterstützen, die Hautverträglichkeit verbessern und die Hautbarriere stabilisieren. Gleichzeitig kann eine einfache und gut verträgliche Routine die regelmäßige Anwendung der Behandlung erleichtern. [1, 2, 4]

Verträglichkeit verbessern

  • Eine geeignete Pflege kann therapiebedingte Irritationen und Nebenwirkungen unter topischer oder systemischer Therapie reduzieren. [1, 2]
  • Beruhigende und regenerierende Pflegeprodukte können dazu beitragen, irritierte Haut zu stabilisieren. [1]

Adhärenz unterstützen

  • Eine gut verträgliche Pflegeroutine erleichtert die Integration der Behandlung in den Alltag.
  • Eine einfache und verständliche Kombination aus Pflege und Therapie kann die regelmäßige und langfristige Anwendung unterstützen. [1, 4]

Hautbarriere stabilisieren

  • Barrierestärkende Pflege unterstützt die Hautregeneration und kann die Haut widerstandsfähiger gegenüber externen Reizen machen.
  • Eine stabilere Hautbarriere kann dazu beitragen, Trockenheit, Spannungsgefühl und Irritationen zu reduzieren. [1]

3. Produktkriterien: Was Aknepflege leisten sollte

Nicht-komedogen, leicht und gut verträglich

Welche Eigenschaften sollten Pflegeprodukte bei Akne erfüllen?

Geeignete Pflegeprodukte sollten nicht-komedogen, leicht und gut verträglich sein, damit sie die Haut nicht zusätzlich belasten. [1, 2]
  • Die Formulierung von Pflegeprodukten sollte gezielt auf die Bedürfnisse zu Akne neigender Haut abgestimmt sein. [1]
  • Nicht-komedogene Formulierungen reduzieren das Risiko verstopfter Poren und neuer Läsionen. [1–3]
  • Leichte, nicht-okklusive Texturen wie Fluide oder Gele verringern das Risiko von Okklusion und Sebumstau. [1]
  • Eine hohe Hautverträglichkeit ist besonders relevant, wenn die Haut bereits irritiert ist oder eine topische beziehungsweise systemische Aknetherapie angewendet wird. [1, 2]
  • Feuchtigkeitsspendende Formulierungen reduzieren Trockenheit und unterstützen die Hautregeneration.
  • Barrierestärkende Inhaltsstoffe stabilisieren die Hautbarriere und verbessern die Hautfunktion. [1]
  • Antiinflammatorische Inhaltsstoffe beruhigen die Haut und können entzündliche Prozesse reduzieren.
  • Sebumregulierende Inhaltsstoffe helfen, überschüssige Talgproduktion zu kontrollieren. [1, 3]

4. Pflegeroutine bei Akne

Reinigung, Pflege, Sonnenschutz und Spezialprodukte im Überblick

Wie sollte eine Pflegeroutine bei Akne aufgebaut sein?

Eine einfache Routine aus Reinigung, Pflege, Sonnenschutz und optionalen Spezialprodukten unterstützt die Hautbarriere und erleichtert die Anwendung. [1, 2, 4]
  • Die Reinigung sollte abends und bei Bedarf auch morgens erfolgen, um überschüssiges Sebum, Schmutz und Rückstände sanft zu entfernen. [1, 3]
  • Reinigungsprodukte sollten gründlich reinigen, ohne die Haut auszutrocknen oder zusätzlich zu reizen.
  • Eine zu aggressive oder zu häufige Reinigung kann die Hautbarriere zusätzlich belasten und Irritationen verstärken.
  • Eine leichte, nicht-komedogene Pflege sollte morgens und abends angewendet werden, um die Hautbarriere zu unterstützen und Irritationen zu reduzieren. [1]
  • Eine gut verträgliche Pflege ist wichtig, weil Trockenheit, Brennen oder Spannungsgefühl die regelmäßige Anwendung der Aknetherapie erschweren können. [1, 4]
  • Sonnenschutz gehört morgens fest zur Routine, da UV-Strahlung Entzündungen und Hyperpigmentierungen begünstigen kann.
  • Leichte, nicht-komedogene Sonnenschutztexturen sind besonders geeignet, damit der tägliche UV-Schutz die Haut nicht beschwert und konsequent angewendet wird. [1, 2]
  • Spezialprodukte können bei Bedarf ergänzt werden, wenn Komedonen, Sebumüberschuss oder entzündliche Läsionen gezielt adressiert werden sollen.
  • Keratolytische Wirkstoffe eignen sich vor allem bei Verhornungsstörungen und Komedonen.
  • Sebumregulierende Inhaltsstoffe können bei fettiger, seborrhoischer Haut sinnvoll sein.
  • Antiinflammatorische Wirkstoffe können bei entzündlichen Läsionen und irritierter Haut unterstützen. [1, 3]
  • Bei empfindlicher oder bereits gereizter Haut sollten Spezialprodukte schrittweise eingeführt werden, um zusätzliche Irritationen zu vermeiden. [1]

Schritt-für-Schritt: Pflegeroutine bei Akne

Morgens stehen Schutz und Alltagstauglichkeit im Vordergrund, abends Reinigung, Therapieanwendung und Regeneration der Hautbarriere.

Morgens

  • Sanft reinigen – Eine milde Reinigung kann überschüssiges Sebum und Rückstände entfernen, ohne die Hautbarriere zusätzlich zu belasten.
  • Leichte Pflege auftragen – Eine nicht-komedogene Feuchtigkeitspflege kann die Hautbarriere unterstützen und therapiebedingte Irritationen reduzieren.
  • Sonnenschutz anwenden – Täglicher UV-Schutz ist besonders relevant bei irritierter Haut, PIH-Risiko oder begleitender Aknetherapie.
  • Optional: Make-up oder Spezialprodukte – Bei Bedarf können nicht-komedogene Make-up-Produkte oder Spezialpflege mit keratolytischen, sebumregulierenden oder antiinflammatorischen Inhaltsstoffen ergänzt werden. Entscheidend ist, dass die Produkte zum Hautzustand passen und die Haut nicht zusätzlich reizen.

Abends

  • Gründlich, aber mild reinigen – Make-up, Sebum, Schmutz und Rückstände sollten entfernt werden, ohne die Haut auszutrocknen oder zusätzlich zu reizen.
  • Aknetherapie anwenden, falls verordnet – Medizinische Aknetherapien sollten konsequent und nach ärztlicher Empfehlung angewendet werden.
  • Barrierestärkende Pflege ergänzen – Eine gut verträgliche Pflege kann Trockenheit und Irritationen reduzieren und die regelmäßige Anwendung der Therapie unterstützen.
  • Spezialprodukte gezielt einsetzen – Seren oder Zusatzpflege mit keratolytischen, sebumregulierenden oder antiinflammatorischen Wirkstoffen können je nach Hautzustand ergänzt werden. Bei empfindlicher oder durch Therapie irritierter Haut sollte die Anwendung langsam eingeführt und auf Verträglichkeit geprüft werden.

5. Wirkstoffe in der Aknepflege

Pathomechanismen gezielt adressieren

Welche Wirkstoffe werden leitlinien- und konsensusbasiert empfohlen?

Die Auswahl geeigneter Wirkstoffe orientiert sich an den Pathomechanismen der Akne. Unterschiedliche Wirkstoffklassen adressieren Verhornung, Entzündung, Sebumproduktion, mikrobielle Faktoren, Hautbarriere und Hautmikrobiom. [1, 3]
Wirkstoffklasse Wirkmechanismus Beispiele Klinische Relevanz
Keratolytika Normalisieren die follikuläre Verhornung. Salicylsäure, Glykolsäure, Lipohydroxysäure (LHA), Retinoide Sie können Komedonenbildung reduzieren und sind besonders bei komedonaler Akne relevant.
Antiinflammatorische Wirkstoffe Reduzieren entzündliche Prozesse. Niacinamid, Panthenol, Zink Sie können entzündliche Läsionen beruhigen und sind bei entzündlicher Akne relevant.
Sebumregulierende Wirkstoffe Unterstützen die Kontrolle der Talgproduktion. Niacinamid, Zink Sie können bei fettiger, seborrhoischer Haut hilfreich sein.
Antimikrobielle Wirkstoffe Reduzieren die Aktivität von Cutibacterium acnes. Benzoylperoxid, Decanediol Sie können bei entzündlichen Läsionen eine Rolle spielen.
Barrierestärkende und beruhigende Inhaltsstoffe Stabilisieren die Hautbarriere und reduzieren Irritationen. Thermalwasser, Ceramide, Glycerin Sie können die Verträglichkeit verbessern und therapiebedingte Irritationen reduzieren.
Mikrobiomorientierte Inhaltsstoffe Unterstützen die Balance der Hautflora. Vitreoscilla filiformis (APF) Sie können zur Hautbalance beitragen und die regelmäßige Anwendung der Pflege unterstützen.
[1–4]

Welche Inhaltsstoffe sind in der Pflege bei Akne besonders relevant?

Für die tägliche Aknepflege sind vor allem Inhaltsstoffe relevant, die Verhornung, Sebumproduktion, Entzündung, Hautbarriere und Verträglichkeit adressieren. [1, 3]
  • Keratolytische Säuren können dazu beitragen, überschüssige Verhornungen zu lösen und verstopfte Poren zu reduzieren.
  • Salicylsäure kann verstopfte Poren lösen und die Bildung von Komedonen reduzieren. [1, 3]
  • Glykolsäure kann die Hauterneuerung fördern und die Hautstruktur verbessern.
  • Lipohydroxysäure (LHA) kann als sanftes, gezieltes Mikro-Peeling eingesetzt werden.
  • Niacinamid, auch Vitamin B3, kann antiinflammatorisch wirken und die Hautbarriere unterstützen. [1]
  • Niacinamid kann zusätzlich helfen, die Sebumproduktion zu regulieren und die Hautregeneration zu unterstützen. [1, 3]
  • Thermalwasser kann irritierte Haut beruhigen, die Hautbarriere unterstützen und die Hautverträglichkeit verbessern. [1]

6. Pflege nach Hautzustand

Pflegeziel, Reinigung und Produktbeispiele passend einordnen

Welche Pflege passt zu welchem Hautzustand?

Die Auswahl der dermokosmetischen Pflege sollte sich am aktuellen Hautzustand orientieren. Fettige, entzündliche, empfindliche oder durch Therapie irritierte Haut benötigen unterschiedliche Pflege- und Reinigungsschwerpunkte. Produktbeispiele können die praktische Umsetzung veranschaulichen, sollten aber immer als Beispiele und nicht als alleinige Empfehlung verstanden werden.
Hautzustand Pflegeziel Empfohlene Pflege Empfohlene Reinigung Beispielhafte dermokosmetische Umsetzung
Fettige Haut Überschüssige Talgproduktion regulieren und Glanz reduzieren Leichte, nicht-komedogene und sebumregulierende Pflege Klärende, talgregulierende Reinigung zur Entfernung von Sebum und Rückständen Pflege: Effaclar Mat+ / Effaclar Duo+M
Reinigung: Effaclar Reinigungsgel
Entzündliche Akne Entzündliche Prozesse beruhigen und die Hautverträglichkeit unterstützen Antiinflammatorische, nicht-komedogene Pflege Sanfte, klärende Reinigung, die die Haut nicht zusätzlich reizt Pflege: Effaclar Duo+M
Reinigung: Effaclar Schäumendes Reinigungsgel
Empfindliche Haut Hautbarriere stärken und Irritationen reduzieren Barrierestärkende, beruhigende und gut verträgliche Pflege Besonders milde Reinigung zur Schonung der Hautbarriere Pflege: Effaclar H Iso-Biome Feuchtigkeitspflege
Reinigung: Effaclar H Iso-Biome Reinigungscreme
Haut unter Aknetherapie Therapiebedingte Trockenheit und Irritationen reduzieren Besonders verträgliche, hydratisierende und barrierestärkende Pflege Reizlindernde, rückfettende Reinigung zur Unterstützung der Hautbarriere Pflege: Effaclar H Iso-Biome Feuchtigkeitspflege
Reinigung: Effaclar H Iso-Biome Reinigungscreme
[1–4]

Die genannten Produkte dienen als Beispiele für eine dermokosmetische Umsetzung. Entscheidend für die Auswahl sind Hautzustand, Pflegeziel, Nicht-Komedogenität, Verträglichkeit und die Einbindung in eine einfache, gut anwendbare Routine.

7. FAQ: Pflege bei Akne

Welche Pflege hilft bei Irritationen durch Retinoide oder andere Aknetherapien?

Barrierestärkende, nicht-komedogene Pflege kann Trockenheit, Brennen und Spannungsgefühl reduzieren. [1, 4]
  • Besonders geeignet sind gut verträgliche, feuchtigkeitsspendende Formulierungen.
  • Die Pflege sollte die Hautbarriere unterstützen und therapiebedingte Irritationen abmildern.
  • Eine bessere Verträglichkeit kann die regelmäßige Anwendung der Aknetherapie erleichtern.

Wie oft sollte zu Akne neigende Haut gereinigt werden?

In der Regel reicht eine milde Reinigung abends, bei Bedarf zusätzlich morgens. [1, 3]
  • Abends entfernt die Reinigung Sebum, Schmutz, Make-up und Rückstände.
  • Morgens kann eine Reinigung sinnvoll sein, wenn die Haut stark fettet.
  • Wichtig ist eine milde Formulierung, die die Haut nicht austrocknet.

Welche Textur eignet sich bei fettiger Haut?

Bei fettiger Haut eignen sich leichte, nicht-okklusive Texturen wie Fluide oder Gele. [1, 3]
  • Leichte Texturen beschweren die Haut weniger als reichhaltige Cremes.
  • Nicht-okklusive Formulierungen können Sebumstau und verstopfte Poren vermeiden.
  • Nicht-komedogene Produkte sind besonders wichtig, um neue Läsionen nicht zu begünstigen.

Warum ist Feuchtigkeitspflege trotz Akne wichtig?

Auch zu Akne neigende Haut benötigt Feuchtigkeit und Barrierestärkung. [1, 4]
  • Aknetherapien können Trockenheit, Spannungsgefühl und Irritationen auslösen.
  • Feuchtigkeitspflege kann die Hautbarriere stabilisieren und die Verträglichkeit verbessern.
  • Eine gut verträgliche Pflege kann die langfristige Anwendung der Therapie unterstützen.

Welcher Sonnenschutz ist bei Akne geeignet?

Geeignet ist ein nicht-komedogener, gut verträglicher Sonnenschutz mit leichter Textur. [1, 2]
  • UV-Schutz ist besonders relevant bei irritierter Haut oder begleitender Aknetherapie.
  • Sonnenschutz kann helfen, postinflammatorische Hyperpigmentierungen (PIH) zu reduzieren.
  • Bei fettiger Haut sind leichte Fluide oder Gel-Texturen oft besser geeignet.

Wann sind Spezialprodukte wie Seren sinnvoll?

Spezialprodukte können ergänzen, wenn bestimmte Hautbedürfnisse gezielt adressiert werden sollen. [1, 3]
  • Keratolytische Wirkstoffe können bei Komedonen sinnvoll sein.
  • Sebumregulierende Inhaltsstoffe können bei fettiger Haut unterstützen.
  • Antiinflammatorische Inhaltsstoffe können bei entzündlichen Läsionen relevant sein.

Welche Pflege eignet sich bei empfindlicher Haut unter Aknetherapie?

Empfindliche Haut profitiert von besonders milder Reinigung und barrierestärkender Pflege. [1, 4]
  • Die Reinigung sollte schonend sein und die Hautbarriere nicht zusätzlich belasten.
  • Hydratisierende Pflege kann Trockenheit und therapiebedingte Irritationen reduzieren.
  • Gut verträgliche Formulierungen können die regelmäßige Anwendung der Therapie erleichtern.

Kann dermokosmetische Pflege die Therapieadhärenz verbessern?

Ja, verträgliche Pflege kann die konsequente Anwendung der Aknetherapie unterstützen. [1, 4]
  • Irritationen zählen zu den Gründen, warum Therapien frühzeitig abgebrochen werden.
  • Begleitpflege kann die Tolerabilität verbessern und die Anwendung im Alltag erleichtern.
  • Klare Beratung zu Pflege, Wirkungseintritt und möglichen Frühreaktionen unterstützt die Therapietreue.

8. Fazit

  • Routine einfach halten: Eine gut verträgliche Akne-Pflegeroutine sollte aus milder Reinigung, nicht-komedogener Pflege, täglichem Sonnenschutz und bei Bedarf gezielten Spezialprodukten bestehen. [1, 2]
  • Nicht-komedogene Produkte bevorzugen: Pflege, Sonnenschutz und Make-up sollten die Poren nicht zusätzlich verstopfen, um neue Komedonen und Läsionen möglichst nicht zu begünstigen. [1, 3]
  • Mild reinigen statt austrocknen: Die Reinigung sollte Sebum, Schmutz und Rückstände entfernen, ohne die Hautbarriere zusätzlich zu belasten. Zu aggressive Reinigung kann Trockenheit und Irritationen verstärken. [1]
  • Hautbarriere stärken: Feuchtigkeitsspendende und barrierestärkende Pflege kann Trockenheit, Spannungsgefühl und therapiebedingte Irritationen reduzieren. Das kann die Verträglichkeit der Aknetherapie verbessern. [1]
  • Sonnenschutz täglich einplanen: UV-Schutz gehört besonders bei irritierter Haut, begleitender Aknetherapie oder Risiko für postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) zur Morgenroutine. [1, 2]
  • Spezialprodukte gezielt einsetzen: Produkte mit keratolytischen, sebumregulierenden oder antiinflammatorischen Inhaltsstoffen sollten zum Hautzustand passen und bei empfindlicher Haut schrittweise eingeführt werden. [1, 3]
  • Erwartungen realistisch erklären: Patienten sollten wissen, dass Aknepflege und Aknetherapie Zeit benötigen. Frühreaktionen, Trockenheit oder Irritationen sollten eingeordnet werden, um Therapieabbrüche zu vermeiden. [1, 4]
  • Ärztlich abklären lassen: Ausgeprägte Entzündungen, Knoten, Narbenbildung, starke psychosoziale Belastung oder fehlendes Ansprechen trotz konsequenter Routine sollten ärztlich abgeklärt werden. [2, 3]
 
   

9. Mini-Glossar: Pflege und Spezialprodukte bei Akne

  • Antiinflammatorisch: Entzündungshemmend
  • Barrierestärkend: Unterstützt die Schutzfunktion der Haut
  • Cutibacterium acnes: Akneassoziiertes Hautbakterium
  • Follikuläre Hyperkeratose: Gestörte Verhornung im Haarfollikel
  • Hyperpigmentierung: Dunklere Hautverfärbung durch vermehrte Pigmentbildung
  • Keratolytisch: Löst überschüssige Verhornungen
  • Komedogen: Kann Poren verstopfen und Komedonen begünstigen
  • Komedonen: Verstopfte Talgdrüsenfollikel, auch Mitesser
  • LHA: Lipohydroxysäure zur sanften Exfoliation
  • Mikrobielle Dysbalance: Ungleichgewicht der Hautmikroorganismen
  • Mikrobiomorientiert: Auf die Hautflora ausgerichtet
  • Nicht-komedogen: Verstopft die Poren nicht
  • Nicht-okklusiv: Nicht abdichtend auf der Haut
  • Okklusiv: Abdichtend auf der Haut
  • PIH: Postinflammatorische Hyperpigmentierung
  • Postinflammatorische Hyperpigmentierung: Dunkle Hautverfärbung nach Entzündung
  • Seborrhoe: Erhöhte Talgproduktion der Haut
  • Sebum: Hauttalg der Talgdrüsen
  • Sebumregulierend: Hilft, überschüssige Talgproduktion zu kontrollieren
  • Syndets: Seifenfreie, milde Reinigungsprodukte
  • Vitreoscilla filiformis: Lysatbasierter mikrobieller Inhaltsstoff

10. Quellen